Es ist erwiesen, dass Schulden krank machen, aber diese Tatsache wird uns nicht davon abhalten, die Sache weiter aufzuschieben, oder? Doch während der Krebs beim Raucher auftauchen kann, können wir mit ziehmlicher Sicherheit davon ausgehen, dass unsere Gläubiger uns nicht vergessen werden.
Schulden an sich übertragen keine Krankheiten, aber der Irrglaube, in dem wir leben. Wir leben auf Pump und setzen uns damit einem gewaltigen Druck aus. "Ich muss funktionieren, dass meine Raten bezahlt werden. Ich darf es mir nicht einmal leisten krank zu werden. Wenn ich den Job verliere ist es aus...!"
Zunächst bleibt mal die freudige Erkenntnis, dass der Verlust des Arbeitsplatzes auch Vorteile mit sich bringt. Denken wir an die Zeit, nachder wir uns schon immer sehnten, Zeit für Kinder und Familie oder schlicht Lebenszeit für uns. Was nun die Schulden betrifft: natürlich machen wir uns im Grunde genommen zu Sklaven, wenn wir größere Darlehen bei der Bank aufnehmen. Eine andere Behauptung wäre doch absurd?
Wir sehnen uns nach vielen Dingen, nicht zuletzt nach Akzeptanz, Anerkennung und Liebe und dies sind häufig die Gründe, warum wir uns verschulden, sprich abhängig machen. Wir versuchen unsere Ziele über Umwege zu erreichen und glauben der Werbewelt, dass mit einem neuen Auto das Prestige steigt, das ein neues Haus "unseren" Wert steigert und mit der richtigen Kreditkarte sind wir auf einen Schlag Weltbürger, mit kosmopolitischem Hintergrund.
Zum besseren Verstehen: der Weltbürger muss nicht morgens seinen Dienst antreten, unser Haus wird den Gewinn der Bank steigern und mit einem PKW kann ich nur Menschen beeindrucken, die einem ähnlichen Irrtum aufgelaufen sind.
Unsere ganze Volkswirtschaft basiert auf Abhängigkeit, unserer Abhängigkeit, der Abhängigkeit des Volkes. Nur ein verschuldetes Volk funktioniert gut, ist pünktlich und gehorsam. Es lebt permanent in Angst. Angst vor dem Statusverlust, Angst den Status zu verlieren, der sowieso nicht uns zuzuordnen ist, sondern der Bank (entsprechend hoch sind ihre Gebäude!).
Allerdings hat die Bank den Status auch nur erschlichen, denn sie ist nur die Herberge des Geldes, sie selbst besitzt nur sehr wenig davon. Wenn wir nun diesen Gedanken weiter spinnen kommen wir zu einem ganz abstrusen Ergebnis. Doch die Ausführung dessen, würde den Rahmen hier sprengen. Bleiben wir beim Thema, warum Schulden krank machen.
Den letzten beißen die Hunde. Und die letzten in der Kette sind wir, die Verbraucher. Während die Ersteren Geld zu einem Minimal- oder keinem Zins erhalten, müssen wir richtig tief in die Tasche greifen, wenn es um Darlehen geht. Dem Zins verdanken wir unsere Abhängigkeit, jedoch sind wir diejenigen die nach dem Suchtmittel greifen.
Wenn Schulden krank machen, ist das eine große Chance unser persönliches System neu zu überdenken. Die Schuldnerberatung kann ihnen bei Schuldenproblemen sicher weiterhelfen, aber sie wird nicht Ihre Abhängigkeit beenden. Das können nur wir selbst.
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