Wir warten auf Badethemperaturen im November, und hoffen, dass unsere Außenstände beglichen werden, die Bank einen neuen Kredit genehmigt oder auf andere Geldeingänge, denn es kann nicht sein, dass wir zahlungsunfähig sind, obwohl wir soviel Energie in unser Unternehmen gesteckt haben.
Es kann nicht angehen, dass all die Jahre, in denen wir uns intensiv um das Geschäft gekümmert haben, verloren sind? Wir wollen einfach nicht wahrhaben, dass nun plötzlich Schluss ist und fürchten uns vor den Blicken derer, die schon immer an uns zweifelten.
In der verzweifelten Situation versuchen wir noch Mittel freizuschaufeln, die eigentlich tabu sind und riskieren noch mehr. Alles auf eine Karte zu setzen, ist wahrhaftig mutig, obwohl wir die Chancen, dass im Spätherbst noch Badewetter kommt kennen.
Menschliches Handeln ist immer verständlich, erst recht, wenn unsere Existenz auf dem Spiel steht. Dabei vergessen wir gerne, dass wir auch das überleben werden und unser Leben wird weiter gehen, nur eben anders als bisher.
Richtig unangenehm kann die Situation werden, wenn wir uns, sei es durch falsche Angaben, oder Vorspiegelung falscher Tatsachen Mittel verschaffen. Wir schlittern schnell in die strafrechtich relevante Zone und setzen uns und die Familie weiteren Gefahren aus, aus denen wir mitunter nicht mehr glimpflich davonkommen.
"Ich wollte doch nur mein Unternehmen retten", "Ich musste so handeln", Ich kann gar nicht verstehen, dass es so weit kommen konnte".
Diverse Ratgeber sprechen mit "wenn Zahlungsunfähigkeit droht" eine höhere Instanz in uns an, denn woher sollen wir wissen, wann dies der Fall ist?! Unsere Ausgaben überstiegen schon häufig unsere Einnahmen und dennoch kämpften wir uns wieder aus dem Schlamassel. Wer sagt, dass dies nicht wieder geschieht?
Es ist ein einfaches Schuldenratgeber zu verfassen, wenn man niemals selbst solch eine Situation erfahren hat. Natürlich wissen wir auch, dass es gefährlich für uns werden kann, wenn wir die Sozialversicherungsbeiträge unserer Arbeitnehmer nicht abführen und dass unsere Mitarbeiter dringend auf ihren Lohn angewiesen sind. Andererseits haben wir auch Verantwortung übernommen und wollen dieser gerecht werden.
Die Frage, die sich uns jedoch stellt: um jeden Preis?
Schieben wir mal das Untergangsszenario kurz beiseite und überlegen uns, wie es uns mit unserem Unternehmen eigentlich geht. Lassen wir sämtliche finanzielle Aspekte für nur einen Moment unberücksichtigt und halten inne, um zu erfahren, wie unser Herz und unsere Seele zu unserem Unternehmen stehen?
Sind wir noch mit ganzem Herzen dabei, oder gab es in der Vergangenheit bereits Hinweise, dass wir nicht mehr 100-prozentig hinter dem Geschäft stehen? Quält uns unsere Selbstständigkeit öfter, als sie uns Glück und Freude vermittelt?
Gehen wir mitunter unserer Tätigkeit nur noch nach, weil wir pflichtbewußt sind und unsere Nächsten nicht enttäuschen wollen? Haben wir gar Angst vor dem Versagen?
Aber haben wir nicht auch die Pflicht UNS GEGENÜBER EHRLICH zu sein, und dabei können wir alle anderen ruhig, wenn auch nur für einen kurzen Moment, vergessen. Wäre es nicht vielleicht an der Zeit, etwas neues zu wagen? Hatten wir im Laufe unseres Lebens nicht noch viel mehr Ideen? Wünsche? Träume?
Als Unternehmer wissen wir, dass unsere innere Einstellung zum Unternehmen, sehr wichtig ist, um nicht zu sagen ausschlaggebend. Mitunter sind die fehlenden 5 Prozent Überzeugung der Grund für die aktuelle Schieflage?
Tun wir uns und den Anderen einen Gefallen, wenn wir lustlos einer Tätigkeit nachgehen und uns täglich nur nach dem Feierabend sehnen, da zu später Stunde keine Gläubiger mehr aktiv sind?
Wir müssen überleben und die Familie braucht uns, gewiss, aber was hat die Familie von uns, wenn wir uns nur noch mit negativen Gedanken auseinandersetzen? Kann das auf Dauer gut sein?
Betrachten wir doch mal unsere Misere als Chance. Als große Chance mitunter, da wir JETZT nämlich die Möglichkeit haben aufzuräumen. Wir können die komplette Vergangenheit auslaufen lassen und uns an neue Ufer wagen.
Leben ist Veränderung, heißt es so schön. Es braucht eine gehörige Portion Offenheit, nicht Mut, um Offenheit zuzulassen. Sind wir offen, für unsere persönliche Wahrheit, wird der nächste Schritt ganz bestimmt der richtige sein.
Gleich, wie wir unsere Zukunft sehen, es kann nicht schaden bei der Schuldnerberatung einen Termin zu vereinbaren. Die öffentlichen Stellen haben sowieso oftmals lange Wartezeiten, wobei in dringenden Fällen sicher abzuwägen ist, sich gleich an einen Rechtsanwalt zu wenden. Denn viele Fragen müssen geklärt werden und da kann es nicht schaden, sich an kompetente Stellen zu wenden:
Hier muss zwischen Regelinsolvenz und Verbraucherinsolvenzverfahren unterschieden werden. Das Regelinsolvenzverfahren kommt bei Selbständigen zum Einsatz, wenn mehr als 19 Gläubiger vorhanden sind, der Unternehmer mit Löhnen und Gehältern in Verzug geraten ist, und/oder offene Sozialversicherungsbeiträge vorhanden sind. Nur um die wichtigsten Kriterien für das Regelinsolvenzverfahren zu nennen.
Haben Sie als Selbständiger weniger als 20 Gläubiger, sind alle Löhne und Gehälter Ihrer Angestellten beglichen worden und stehen keine Sozialversicherungsbeiträge aus, kommt das Verbraucherinsolvenzverfahren in Frage, was ein vereinfachtes Insolvenzverfahren ist.
Weitere Fragen, werden aufkommen, wie:
all dies können Ihnen die Schuldnerberatungen beantworten.
Auch das weiß die Schuldnerberatung bestens. Die Zeit, die uns bis zum Termin bleibt lässt sich bestens nutzen, um beispielsweise einen ausgiebigen Spaziergang zu unternehmen. Auch dabei kann es hilfreich sein neue Wege auszuprobieren und ausgelatschte Pfade zu meiden :-)
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