Obwohl wir KEINE SCHULDNERBERATUNG sind, bekommen wir regelmäßig Post und die Frage aller Fragen ist diejenige nach den Kosten für die Insolvenz. Kein Wunder. Zahlreiche Unternehmen ködern Schuldnern mit Slogans wie "kostenlos...", "sofort..." oder Versprechen schlicht den Himmel auf Erden.
Wir fragen uns selbst, wie es sein kann, dass mündige, und durchaus intelligente Bürger auf derart plumpe Weise reingelegt werden können?!
Doch bevor wir uns diese Frage beantworten müssen wir noch etwas abschweifen...
Die meisten von uns denken betriebswirtschaftlich und so dürfte es nicht an den Haaren herbei gezogen sein, dass viele Menschen einfach eine Kosten-Nutzung Rechnung aufstellen. Was kostet die Insolvenz? Welcher Schaden wird damit behoben? Drunter der Saldo, dort steht demnach der Profit. Unserer Meinung nach ist dies ein kranker Ansatz!
Wer sich durch eine Insolvenz bereichern möchte (in den Medien lesen wir permanent von solchen "tollen" Bankrotteuren), nimmt seinem Nächsten die Butter vom Brot. Es ist ein schmutziges Geschäft, doch hochkriminelle Betrüger werden hierzulande hofiert wie Stars oder Models. Es ist chic, schlauer zu sein, als der ganze juristische Apparat.
Der Staat hat durch das Verbraucherinsolzvenzverfahren für uns Schuldner einen Weg frei geräumt, wieder auf die Beine zu kommen, wieder aufleben zu können, wieder ruhig schlafen zu können, wieder durchatmen und nicht bei jedem Klingeln in Angst und Panik zu geraten.
Was ist Ihnen Freiheit wert? Das ist vielleicht die Frage! Fragen Sie einen Inhaftierten, was er täte um wieder in Freiheit leben zu können?! Wir hingegen hadern,... meistens aus Angst vor uns selbst, denn: wollen wir überhaupt schuldenfrei leben? Oder, wissen wir bereits, dass wir danach auch wieder über unsere Verhälltnisse leben werden?
Viele Suchtmittelabhängige, Alkoholiker beispielsweise, hören niocht mit dem Trinken auf, weil sie sich fragen, was dann? Wird das Leben ohne Alkohol überhaupt noch Spaß machen? Bis diese Frage beantwortet ist, wird der Alkoholiker trinken. Wir stellten uns auch gewisse Fragen, bevor wir in die Insolvenz gingen, oder unsere Schulden anderweitig beglichen.
Im Grunde ist Deutschland ein Paradies. Für aber auch wirklich jedes Problem gibt es Stellen, die einem weiterhelfen. Oftmals sogar kostenlos. Doch die Entscheidung liegt dennoch bei uns, wollen wir dieses oder jene Problem überhaupt lösen? Oder lebt es sich damit besser?
Nun, uns beschäftigen solche Fragen in erster Linie. Wenn wir wissen, dass wir etwas wollen, dann ist die Kostenfrage nur noch ein Detail, welches uns sicher nicht hindern wird unser Ziel zu erreichen.
Bei uns - privaten Insolvenzen - fielen Gerichtskosten und außergerichtliche Kosten an. Die Gerichtskosten werden auf Antrag gestundet. Bei den außergerichtlichen Kosten gab es in einigen Bundesländern Zuschüsse in Form eines Berechtigungsscheines, mit dem man anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen konnte. Schuldnerberatungsstellen können Ihnen all dies Fragen beantworten.
Unsere Rechtsschutzversicherung hat diese Gebühr im Übrigen nicht übernommen.
Der Termin bei einer Schuldnerberatung kann dauern. (Die meisten Einrichtungen sind gnadenlos überlastet.) Wir können die Zeit nutzen, um Ordnung in unser Leben zu bringen. Die Gläubigerpost landet nicht sofort im Müll, sondern in einem Ordner.
Einige von uns zogen in Erwägung einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Diese Jungs, oder auch Mädels, arbeiten zwar nicht für ein Butterbrot, aber in der Regel bekommt man recht schnell einen Termin, und somit können die brennendsten Fragen geklärt werden. Die Antworten des Rechtsanwaltes können wiederum Gold wert sein, womit sich das Honorar wieder relativiert ;-)
Fast jeder Unternehmer hat Kontakte zu Rechtsanwälten. (Leider ist dies in unserer Geschäftswelt notwendig) Wer in einem kleineren Betrieb arbeitet und direkten Kontakt zum Unternehmenslenker hat, kann mit Verständnis rechnen, wenn es um Schulden geht, denn uns ist kein Unternehmer bekannt, der seinerseits noch nie einen finaziellen Engpass hatte. Es ist nicht abwegig, dass er Ihnen einen Termin bei seinem Rechtsanwlt vermittelt. Hiermit ist der Bann dann auch gebrochen und Sie brauchen keine Angst mehr zu haben, dass Ihr Chef von anderer Stelle über Ihre missliche Lage informiert wird.
Lassen Sie sich einfach mal beraten, es kann nicht so schwierig sein, die nächste Schuldnerberatung aufzusuchen?!
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