Bevor wir uns die Problemlösungen anschauen, müssen wir das Thema zunächst etwas ausleuchten.
Zunächst mal die nüchterne Tatsache, dass in Deutschland zwischen 3,5 und 4 Millionen Haushalte, mit stark steigender Tendenz, verschuldet sind. Immobilien Schulden lösten in den USA die Bankenkrise erst aus.
Die Banken verdienten während des Immobilienbooms prächtig. Auf der anderen Seite des Atlantiks wurden Immobilen zu 100% finanziert und es ist seit Jahren bekannt, dass dies bei einer Konjunkturschwäche böse Folgen haben wird.
Doch was interessiert den Banker die Zukunft? Er lebt von seinem momentanen Erfolg, der anhand des Börsenkurses taxiert wird. Die Zukunft ist weit entfernt und während die Banker Unsummen an Gehältern einstrichen, machte sich unsereiner, der emsige Häuslebauer, bereits Gedanken, was wäre wenn...
Heute hat der Banker sein Schäflein im Trockenen und schlürft in der Karibik seinen Cocktail am Strand, während sich bei uns der Gerichtsvollzieher angekündigt hat. Ungerechte Welt...?
Wenn die Not groß ist, suchen die Einen nach Schuldigen, die Anderen nach Lösungen. Die Medien überschlagen sich mit Berichten, Talk-Shows und Meinungen zu den bösen, bösen Bankern. Endlich haben wir eine Kaste gefunden, auf die wir kollektiv draufhauen dürfen, und, das ist das Schöne dabei, verhalten uns dennoch politisch korrekt.
Geht es um die tatsächlich um die Schuldfrage, können wir nur ganz unspektakulär fragen, wer denn den Kreditvertrag bei der Bank unterschrieben hat?
Natürlich ist die Wahrheit manchmal grausam, aber wenn wir im täglichen Leben Ernst genommen werden möchten, dann doch auch in diesem Fall? Wir waren bei Kreditunterzeichnung voll geschäftsfähig, vermutlich samt unserer geistigen Kraft und haben frei entschieden.
Natürlich war der Banker gierig, doch wir waren es vielleicht auch? Konnten wir nicht auch in dem Zuhause davor gut leben? Wir hatten wohl ein Dach über dem Kopf, es war vielleicht sogar gemütlich aber dennoch entschieden wir uns für eine hohe Verschuldung, bzw. Abhängigkeit von der Bank und nun bekommen wir die Quittung für unser Handeln. Doch unsere Situation bietet uns auch ganz tolle Chancen...
"Das Eigenheim sollte als Sicherheit dienen...", hören wir sehr häufig. Nun, gestatten Sie uns die Frage: wenn wir uns über sagen wir mal 20 - 30 Jahre verschulden, also ABHÄNGIG machen, wo um alles in der Welt steckt da eine Sicherheit?
Wenn die Werbung von Sicherheit spricht, spricht sie in IHREM Namen für sich. "Ein gutes Angebot", oder "Super Chance" ist immer aus der Sicht des Unternehmens. Das Unternehmen, in unserem Fall also die Bank, stebt nach Sicherheiten und Profiten und dieses bekommen wir dann zu spüren, wenn wir unsere Raten nicht mehr pünktlich bezahlen können.
Der Mensch ist und war den Banken schon immer egal. Der Mensch ist lediglich die Sau im Stall, und wir haben unsere Gründe, warum wir uns so drastisch ausdrücken, denn wir verhalten uns auch nicht anders als die Banker, wenn wir nach billigem Fleisch beim Discounter schauen?! Die Sau ist uns egal, Hauptsache billig. Dies ist Profitorientiertes Denken.
Es ist immer leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen!
Schulden bieten uns, wie auch Krankheiten oder andere schwere Schicksalsschläge, die große Möglichkeit in unserem Leben aufzuräumen. Wollen wir ein Leben in Abhängigkeit führen, oder wünschen wir uns etwas mehr Selbstbestimmung?
In der Werbung ist permanent um Freiheit die Rede, gemeint ist damit IHRE UNFREIHEIT. In der Politik verhällt es sich im Übrigen ähnlich, wenn es um "Friedensverhandlungen" geht, ist eigentlich von Krieg die Rede. Das ist das moderne EINMALEINS des Kapitalismus.
Die Wirtschaft lebt von unserer Abhängigkeit. Sie hat uns zu Junkies gemacht, Süchtige die sich ihrer Sucht nicht bewusst sind. Wir erfahren über die Werbung, die in unserem Leben wie der Muezzin im Islam, omnipräsent ist, was uns cool macht. "Du brauchst nur dieses und jenes zu besitzen, dann bist du toll, INN, hipp", "wenn du dir auch noch das zulegst, dann wird dich die Familie bestimmt bewundern", "und auf diesen Lippenstift, wird garantiert jeder Traumprinz anspringen", und ganz selbstverständlich wird "sie jeder lieben, wenn sie nur dieses oder jenes Produkt konsumieren".
Wir haben die Werbebotschaften verinnerlicht und funktionieren lediglich noch als Marionetten - für die Wirtschaft, sprich Banken.
Fahren wir im Urlaub in den Süden, bewundern wir häufig die Einheimischen, wie sie in aller Ruhe auf Ihrer Holzbank vor ihrem alten Steinhaus sitzen und die Stille, samt Gott und die Welt geniessen. Nun, diese Menschen sind schlicht und ergreifend nicht abhängig. Sie haben keinen Druck von der (Haus) Bank, lediglich die Holzbank unter ihrem Hintern ist möglicherweise etwas zu hart.
Allerdings werden diese Szenen immer seltener, denn die Länder "entwickeln sich". Wohin, stellt sich uns die Frage. Entwicklung bedeutet, in der Sprache der Weltbank, Abhängigkeit. Entwicklung bedeutet, Gewinnsteigerung für die Banken. In Ländern, wo die Weltbank die Wasserversorgung privatisiert hat, lebten die Menschen DAVOR vielleicht mit qualitativ minderwertigem Wasser, DANACH konnten sich viele Menscher das Wasser jedoch gar nicht mehr leisten. Entwicklung, eben!
Doch was hat das alles mit Immobilienschulden zu tun?
Wir nahmen uns in der Misere die Zeit, um über bestimmte Dinge und Verhaltensweisen nachzudenken. Wenn Konsum zwanghaft wird, sprechen wir von Sucht. Reduzieren wir, nachdem wir bereits süchtig sind, den Konsum wird sich zunächst Suchtdruck breit machen. Ob wir nun von Zigaretten, Alkohol oder der Werbescheinwelt.
Die konservative Politik spricht häufig abwertend über sozial schwache Menschen. Entgegen der allgemeinen Meinung, dass diese Menschen Kosten verursachen, ist eher die Tatsache richtig, dass diese Menschen keine "richtigen" Konsumenten sind und samit der Wirtschaft - sprich Banken - keinen "NUTZEN" mehr bringen. Wir verschuldete Immobilienbesitzer können dies durchaus schnell zu spüren bekommen.
DANN. ist es höchste Zeit, sich das ganze System näher anzuschauen. Wenn ich mittellos NICHTS WERT bin, war ich es vorher vielleicht auch nicht? War ich tatsächlich nur die Sau im Stall?
Bleibt die nüchterne Wahrheit, dass die Schönste und Größte Immobile uns keine Liebe geben kann. Wenn wir jetzt etwas verlieren, gewinnen wir an anderer Stelle vielleicht etwas? Nennen wir es einfach mal Lebensqualität. Wenn wir uns von ABHÄNGIGKEITEN lösen, muss das nicht gerade ein Nachteil für uns sein!
Das diese Abkoppelung ein schwieriger Prozess ist, wissen wir. Allerdings wissen wir auch, dass die Früchte daraus sehr geschmackvoll sind ;-)
Wenden Sie sich an einen Schuldnerberater, wenn Sie zur Abwicklung Fragen haben. Wir beraten nicht, wir saßen lediglich mal im gleichen Boot.
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