Zunächst MÜSSEN wir mal folgende Feststellung machen: uns geht es (noch) gut in Deutschland. Wenn alle Stricke reißen und wir sind auf Hartz IV angewiesen, haben wir immernoch ein Dach über dem Kopf und auch Geld zur Verfügung, um die notwendigsten Bedürfnisse, wie Hunger, zu befriedigen. Dies vergessen wir in unserem "Dilemma" gelegentlich.
Insofern ist unsere Situation dann vielleicht unangenehm, aber keineswegs tragisch. Tragische Situationen finden wir in vielen Ländern Afrikas vor, aber selten bei uns.
Das unangenehmste ist für viele von uns der Status Verlust. Es fühlt sich nicht gut an, von einem neu gebauten Reihenhaus in einen Sozialbau zu ziehen. Welche Dame mag schon Second-Hand einkaufen und die Lebensmittel vom Discounter - das wär nichts für mich.
Andererseits wissen viele von uns, dass die erste "Bude" eigentlich sehr gemütlich war (hatten wir dort gar die Beste Zeit unseres Lebens?), Second-Hand-Kleidung ist mittlerweile sehr trendy und beim Discounter soll es sogar die frischesten Waren geben?!
Wir bewegen uns in KEINE Richtung, solange wir den Tatsachen nicht ins Auge sehen und die Karten nicht neu mischen. Was einmal war, interessiert momentan niemanden. Es geht ums überleben, mit den Mitteln, die wir zur Verfügung haben. Und diese Mittel lassen sich auch optimieren, vorausgesetzt wir sind ehrlich zu uns selbst.
Haben wir diesen Schritt gemeistert, können wir aufatmen. Nun geht es lediglich noch darum, unseren Nächsten ebenfalls reinen Wein einzuschenken, denn viele von uns kommen aus der finanziellen Misere nicht heraus, weil sie permanent versuchen ihr Image zu wahren.
Das Image ist ein Bild, welches Andere von uns haben sollen, und nicht die Wahrheit. Dieses Bild aufrecht zu halten kostet unglaublich viel Energie, von dem Geld ganz zu schweigen. Das Sparschwein ist zerschlagen, warum folgt als nächstes nicht der Ruf? Kippen wir das Bild, das andere von uns hatten und legen wir die Karten auf den Tisch, werden wir sehr häufig feststellen, dass dies Respekt beim Gegenüber erzeugt: "Wow, die trauen sich was, das so offen zu erzählen..."
Wenn dieser Schritt getan ist, entsteht Freiheit. Der Druck und die Last wird von uns genommen und es braucht Sioe nicht wundern, wenn sich damit auch die Rücken- oder Nackenprobleme auflösen. Ungeniert und frei, ist größtmöglicher Luxus!
Bevor wir uns ansehen, wie wir unser Geld ausgeben, können wir kurz betrachten, wo sich Geld einsparen lässt. Hier ist es wirklich von großer Bedeutung, sich über einen größeren Zeitraum die Ausgaben aufzuschreiben, so genau wie möglich, denn es ist mitunter nicht zu fassen, zu welchen Erkenntnissen wir kommen.
Wir würden mal behaupten, dass die Kosten der Dinge des täglichen Bedarfs gut um die Hälfte gesenkt werden kann. (Falls Sie solche Beispiele haben, können Sie uns diese gerne schicken, wir veröffentlichen diese unter Umständen)
Machen wir uns also zunächst, Tag für Tag, Notizen und zusätzlich nehmen wir unser Konto unter die Lupe. Dort finden wir nämlich Posten, die uns seit Jahren ärgern, wie beispielsweise ABOs, die keim Mensch braucht.
Im Zeitalter des PREPAID braucht es auch keine Handyverträge mehr. Seitdem wir immer und überall erreichbar sind, kommen weniger persönliche Gespräche zustande; ist Ihnen dies schon mal aufgefallen? Warum ewig lange telefonieren, wenn ein Treffen sowieso viel angenehmer wäre?
Was ist mit den ganzen Versicherungen? Was nützt uns gegen dies und das in der Zukunft versichert zu sein, wenn wir a) nicht wissen ob wir diese Zukunft erleben werden, und b) uns JETZT mit diesem Geld eine gute Ernährung leisten können? Wo ist das Geld wohl besser investiert?
Wir übersehen häufig auch versteckte, oder früher unbedeutende Faktoren, wie die Kosten des Gehaltskontos, wobei es auch hier kostenlose Möglichkeiten gibt.
ENERGIE ist teuer, und die Kosten werden wahrscheinlich weiter steigen. Es kann eine sportliche Disziplin werden, Energiekosten zu senken, wenn sich die ganze Familie daran beteiligt kann sehr viel Geld gespart werden und lassen wir die Umwelt mal außer acht: mit diesem eingesparten Geld, können Aktivitäten finanziert werden, die sonst nicht drin wären. Aktivitäten, die mitunter unserer Seele gut tun und die wir uns sonst nicht leisten könnten. Mit der eingesparten Energie, lässt sich unser ENERGIE Haushalt auftanken.
Die Liste lässt sich vermutlich endlos fortführen, es ist jedoch wesentlich sinnvoller, wenn wir anstatt schlaue Ratschläge zu konsumieren, selbst Zettel und Stift in die Hand nehmen, und uns nun ganz akribisch unserer Finanzen widmen.
Bei der Ausgaben-Seite sieht es ähnlich aus, wie bei den Einsparmöglichkeiten, nur dass wir jede Ausgabe einfach hinterfragen: muss das sein, oder bekomme ich dies nicht woanders auch günstiger (und eventuell sogar besser)
Es gibt mittlerweile "Kochbücher für Arme". Dort finden Sie kulinarische Köstlichkeiten, für die ein Budget von 2 EURO (für 4 Personen) ausreicht?! Wer von uns erinnert sich noch an diverse "Arme-Leute-Essen"? Viele dieser Gerichte werden mittlerweile von Sterneköchen angepriesen.
Pilze sammeln, als Aktivität für die ganze Familie, warum nicht? Ist zumindest kreativer als gemeinsam Tatort zu schauen. Gehen Sie spazieren und Sie werden sich wundern, welch leckere Kräuter am Strassenrand wachsen.
Kaufen Sie Kartoffeln, Zwiebeln und ähnlich wichtige Nahrungsmittel in großen Säcken. Auch Mehl! Mit Mehl können Sie eigene Pasta herstellen, schon mal daran gedacht? Oder Brot? Eigenes Brot backen, wie wäre das? Oder süße Mehlspeisen machen?
Die Kartoffel ist ein weiteres Nahrungsmittel, welches an Möglichkeiten der Zubereitung schwer zu übertreffen ist und dazu noch sehr, sehr günstig.
Wir stellen nach einer Weile fest, dass wir wesentlich weniger Geld für unsere Nahrungszubereitung benötigen und dabei leben wir viel gesünder. Anstatt der Pudinge mit den vielen "E's" rühren wir selbst Milch an.
Weiter lernen wir, wie wir sogenannte Abfälle verwerten. Knochen sind die Beste Grundlage für Suppen und Soucen. Das verwelkte Gemüse ist ebenfalls noch nutzbar. Vielleicht kümmern wir uns sogar noch um einen kleinen Garten, dort können wir dann noch gesündere Lebensmittel beziehen?!
Dieser Artikel ist nur als Anregung gedacht und um es kurz zu fassen. Wir verschlechtern unser Leben nicht notwendigerweise, wenn wir weniger Geld zur Verfügung haben. Es ist durchaus denkbar, dass unser Körper und Geist sogar davon profitieren.
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